2. Internationale L-Wels-Tage Panta Rhei GmbH Internationale Gemeinschaft BSSW
AG L-Welse

Vor ungefähr zwei Jahren gründete sich die Arbeitsgruppe Welse (AG L-Welse) der IG BSSW e.V. mit dem Ziel, die Harnischwelse in ihrer Vielfalt für unsere Aquarien dauerhaft zu erhalten. In den ersten Monaten wurde eine Artliste erstellt. Sie orientierte sich an den Arten, die insbesondere auf Grund des brasilianischen Exportverbotes bzw. der ungünstig gelegenen Fanggebiete nicht mehr nach Europa gelangten. Diese Arten sind Gegenstand der Tätigkeit der AG L-Welse.

In der ersten Phase wurden von der AG die Bestandsdaten gesammelt, um einen Überblick darüber zu erhalten, in welchem Umfang die einzelnen Arten in unseren Aquarien vorhanden sind und nachgezogen werden.

An der Erfassung der Bestandsdaten haben sich bisher 144 Welshalter (Stand: 03.12.2010) aus dem deutschsprachigen Raum Europas beteiligt. Dass gut zwei Drittel von diesen keine BSSW-Mitglieder sind, zeugt davon, dass die Arbeit der Arbeitsgruppe auch außerhalb der IG BSSW auf großes Interesse stößt.

Die Gattungen Hypancistrus (≈ 40% der Arten der AG) und Pseudacanthicus (≈ 34%) sind am häufigsten in der Artenlisten der AG vertreten. Es zeigte sich schon bald, dass gerade die Tiere der Gattung Hypancistrus besonders beliebt sind und oft gehalten werden. Von den 29 auf der Liste aufgeführten Arten wurden bislang 25 Arten mit etwa 7.100 Tieren gemeldet.

ag_l-welse_tiere

Problematisch sieht es bei der Gattung Pseudacanthicus aus. Lediglich die Haltung von ca. 200 Tieren ist uns bekannt. Dabei umfassen diese nur 9 von 24 Pseudacanthicus-Arten. Die anderen Gattungen (Panaqolus, Panaque, Ancistomus, Parancistrus und Peckoltia sind in der Artenliste bei weitem nicht so umfangreich enthalten. Das Vorkommen der Gattung Parancistrus bereitet uns große Sorgen.

Ein ähnliches Bild konnten wir bei den erfolgreichen Zuchtgruppen feststellen. Die Anzahl der erfolgreichen Hypancistrus-Zuchtgruppen liegt weit vor denen aller anderen Gattungen. Zumindest bei den Gattungen Panaqolus und Peckoltia sind trotz der wenigen Arten in der Artenliste doch recht viele Zuchtgruppen vorhanden. Im Gegensatz zu den relativ häufig in der Artenliste vertretenen Pseudacanthicus-Arten konnten jedoch nur sehr wenige Nachzuchten festgestellt werden.

ag_l-welse_zuchtgruppen

Etwas schwierig gestaltete sich für uns, Kriterien zu finden, um die einzelnen Arten unseren Kategorien zuordnen zu können. Nach langen Diskussionen entschieden wir uns dafür, als einziges Kriterium die Anzahl der erfolgreichen Zuchtgruppen zu verwenden.

ag_l-welse_sollist

So scheint es etwas widersprüchlich, dass in unserer Statistik für die Gattung Panaque 12 Tiere erfasst wurden, jedoch alle Arten der Kategorie „Nicht vorhanden“ zugeordnet wurden. Für die aquaristische Arterhaltung sind die Nachzuchten von entscheidender Bedeutung. Solange es keine Nachzuchten von Vertretern der Gattung Panaque gibt, ist deren Erhaltung für die Aquaristik alles andere als gesichert.

Derzeit gehen wir auf Grund der eingegangenen Bestandsmeldungen davon aus, dass knapp ein Drittel der derzeit von der AG berücksichtigten Arten gesichert sind bzw. gesichert werden können. Leider erscheint bei mehr als der Hälfte der Arten die aquaristische Arterhaltung noch ausgesprochen fragwürdig.

Die nächste wichtigste Aufgabe der AG ist die Erweiterung des Mitgliederumfanges. Zu diesem Zweck planen wir die Bestandserfassung zu vereinfachen und zuverlässiger zu gestalten sowie einige Abläufe zu automatisieren. Des Weiteren wollen wir unsere Aktivitäten international verstärken. Dazu ist die Zusammenarbeit mit PlanetCatfish in Vorbereitung.

Bei der Bestandserfassung haben wir einen Punkt erreicht, der es erlaubt, die Arbeit zu intensivieren, d. h. teilnehmende Halter konkret anzusprechen, um einzelne Tiere zu Zuchtgruppen zusammen zu führen.

Der Grundstein ist gelegt. Es steht noch viele Arbeit vor uns. Wir hoffen auf Eure tatkräftige Unterstützung.

Nähere Informationen erhalten Sie auf der Internetpräsenz l-welse.ig-bssw.org.