2. Internationale L-Wels-Tage Panta Rhei GmbH Internationale Gemeinschaft BSSW
IG BSSW

IG BSSW Logo

Was ist die IG BSSW?

Die IG BSSW e.V. wurde am 8. November 2008 in Lehrte (Ortsteil Sievershausen) als Nachfolgeorganisation zum VDA-Arbeitskreis „BSSW“ gegründet. Wir sind ein Zusammenschluss speziell interessierter Aquarianerinnen und Aquarianer, die sich mit der Pflege und Zucht von Barben und Bärblingen, Salmlern, Schmerlen und Welsen befassen.

Welche Zwecke verfolgt die IG BSSW?

Unsere Gemeinschaft ist selbstlos tätig und verfolgt gemeinnützige Zwecke und Ziele. Wir wollen das Wissen um die betreuten Fischgruppen durch nationale und internationale Kontakte zu Aquarianern und Wissenschaftlern vermehren und durch Nachzucht und Austausch von Fischen die Verbreitung der Fischgruppen in Aquaristik und Wissenschaft fördern. Auch respektieren wir den Tierschutz und lehnen es ab, gentechnisch veränderte oder Anzeichen von Qualzuchten zeigende Fischarten in Aquarien zu pflegen.

Welche Leistungen können die Mitglieder von der IG BSSW erwarten?

Jedes Mitglied erhält viermal jährlich den „BSSW-Report“, unser Mitteilungsorgan, in welchem die Mitglieder nicht nur über ihre Fische und die Erfahrungen bei der Pflege und Zucht dieser Tiere berichten, sondern in dem auch Tipps und Tricks im aquarientechnischen Bereich oder Erkenntnisse über Fischfutter und dessen Herstellung an die Leser weitergegeben werden. Der „BSSW-Report“ dient weiterhin als Kontaktbörse der Mitglieder untereinander. Denn hier hat man die Möglichkeit, Tausch- und Kaufinserate aufzugeben oder einfach Kontakte zu anderen Mitgliedern aufzunehmen, die die gleichen Fischarten pflegen. Zusätzlich werden in unregelmäßigen Abständen Sonderhefte zu speziellen Themen herausgegeben. In diesen Sonderheften werden umfassendere Berichte zu bestimmten Fischgruppen oder gesonderte fachspezifische Abhandlungen veröffentlicht, die mitunter schon eher wissenschaftlichen Charakter haben.
Interessierte Mitglieder können zum Ende eines jeden Jahres eine Jahres-CD mit Diabeigabe gegen gesonderte Zahlung erwerben. Auf dieser CD werden unter anderem 12 Bilder von Fischen aus unserem Interessenbereich, das Inhaltsverzeichnis des aktuellen Jahrgangs des „BSSW-Report“ sowie weitere interessante Beiträge zur Verfügung gestellt.
Die vier Koordinatoren für die einzelnen Fischgruppen helfen den Mitgliedern beispielsweise bei der Bestimmung von Fischen oder verweisen sie an Spezialisten in den eigenen Reihen sowie an Fachleute respektive Wissenschaftler, mit denen unser Verein zusammenarbeitet.
Ganz besonders wichtig aber ist der Erfahrungsaustausch der Mitglieder untereinander. Dieser findet zwar auch auf den jährlichen Mitgliederversammlungen und Jahrestagungen sowie über den „BSSW-Report“ statt, vorzugsweise jedoch auf den Treffen der einzelnen Regionalgruppen, die in regelmäßigen Abständen stattfinden und auf denen sich die Mitglieder untereinander über ihre Erfahrungen und Probleme austauschen können. Vorträge mit diversen Medien runden das Informationsangebot ab.

Was kostet die Mitgliedschaft in der IG BSSW?

Der Jahresbeitrag für unseren Verein liegt zurzeit bei 26,00 Euro. Hierin enthalten ist der vierteljährliche Bezug des „BSSW-Report“. Mitglieder, die die Jahres-CD mit Diabeigabe beziehen möchten, zahlen hierfür zusätzlich 7,50 Euro. Außerdem ist bei der Aufnahme in den Verein einmalig ein Aufnahmebeitrag von 5,00 Euro zu entrichten.

Wie komme ich an weitere Informationen über die IG BSSW?

Für nähere Informationen über den Arbeitskreis möchten wir auf unsere Website verweisen.

Welche Gruppen gibt es in der IG BSSW?

Die IG BSSW besteht aus vier Gruppen: Barben, Schmerlen, Salmler und Welse. Die einzelen Gruppen werden im folgenden kurz vorgestellt:

Die Gruppe Barben

Puntius stoliczkanusDie Gruppe „Barben” steht für die gesamte Ordnung der Karpfenfischartigen (Cypriniformes), die mit über 2500 Arten ebenso artenreich ist wie die Ordnung der Welsartigen (Siluriformes) mit etwa 2800 Arten oder die Ordnung der Salmlerartigen (Characiformes) mit etwa 2000 Arten. Karpfenfische kommen mit Ausnahme von Südamerika, Australien, Madagaskar und Neuseeland in vielen Teilen der Erde vor und leben fast ausschließlich im Süßwasser. Es gibt sehr kleine Arten, wie die nur etwa 8 mm „groß” werdende Paedocypris progenetica, die erst im Jahre 1996 entdeckt wurde, aber auch Arten mit Längen von bis zu 2,5 m, wie Barbus tor. Die Fische die wir in der Aquaristik als „Barben” ansprechen, finden sich in der Unterfamilie Barben (Barbinae) und dort in den Gattungen Barbus und Puntius. Weitere aquaristisch relevante Unterfamilien wären die der Bärblinge (Rasborinae) sowie die der Danios (Danioninae). Historisch gesehen spielten Barben bzw. Karpfenfische eine nicht unbedeutende Rolle in der Aquaristik. So waren beispielsweise Goldfische (Carassius auratus) etwa um 1610 erstmals aus ihrer chinesischen Heimat nach Europa gelangt. Barbus jaeTropische Karpfenfische, wie die Prachtbarbe (Puntius conchonius), gehören zu den ältesten eingeführten Zierfischen – sie wurde im Jahre 1903 nach Europa gebracht. Barben gelten als ausgesprochene Schwarmfische. Daher weisen sie oft auffällige Zeichnungsmuster oder glänzende Schuppenkleider auf, die der Orientierung und der Kommunikation im Schwarm dienen. Unter den Karpfenfischen sind besonders die Barben, Bärblinge, Danios und Rasboren geeignete Aquarienfische, denn sie sind farblich oft recht auffallend und auch die Endgröße vieler Arten bewegt sich meist im Bereich von 2-10 cm. Im Zoofachhandel gehören viele Barben zum Standardsortiment, wobei der Bedarf fast ausschließlich über Nachzuchten gedeckt wird, die zumeist aus Asien oder Tschechien stammen. Wer sich für Barben interessiert, die selten im Handel zu finden sind, wird möglicherweise in der IG BSSW fündig, denn einige Mitglieder bereisen mehr oder weniger regelmäßig die Heimatländer oder haben gute Kontakte zu Importeuren oder Großhändlern.

Die Gruppe Salmler

Hyphessobrycon rosaceusSalmler kommen vor allem in Südamerika und Afrika vor. Der Großteil der als Aquarienfische gehandelten Arten ist mit wenigen Zentimetern ausgewachsen. Es gibt aber auch Arten, die eine Maximallänge von über einem Meter und mehrere Kilogramm Gewicht erreichen können. Man denke nur an den Pacu (Colossoma macropomum) oder an den Tigersalmler (Hydrocynus vittatus). Die meisten – aber bei weitem nicht alle – Arten von Salmlern besitzen eine Fettflosse (Adipose). Diese kleine Flosse befindet sich – sofern vorhanden – kurz vor der Schwanzflosse. Die Adipose fehlt zum Beispiel Arten aus der Familie der Schlanksalmler (Lebiasinidae) und der Beilbauchfische (Gasteropelecidae). Der Besitz oder das Fehlen einer Fettflosse eignet sich deshalb nicht als alleiniges Bestimmungsmerkmal für Salmler. Ein Merkmal – und darin sind sich alle einig –Carnegiella strigata strigata trifft aber auf alle Salmler zu: das Fehlen von Barteln. So unterschiedlich wie die Gestalt der verschiedenen Salmlerarten ist, ist auch ihre Ernährungsweise: Es gibt Aufwuchs- und Algenfresser, Früchte- und Samenfresser, Fische, die sich von Anflugnahrung ernähren, aber auch Nahrungsspezialisten, die sich von anderen Fischen sowie deren Flossen und Schuppen ernähren. Salmler sind keine eigentlichen Schwarmfische. Bei Wohlbefinden schwimmen die wenigsten Salmler im Trupp durch das Aquarium. Häufig verteidigen die Männchen temporär Kleinreviere gegen Artgenossen, wenn sie in Fortpflanzungsstimmung sind. Wie bei anderen Fischgruppen haben sich auch bei Salmlern teils spezialisierte Fortpflanzungstypen entwickelt. Viele Salmler sind Freilaicher, die ihren Laich lose in Pflanzen absetzen. Es gibt aber auch Substratlaicher und Höhlenbrüter sowie Arten mit einer Art Vorratsbefruchtung.

Die Gruppe Schmerlen

Sewellia lineolataBisher sind fast tausend Arten von Schmerlen (Cobitoidea, Cypriniformes) bekannt und fast täglich werden es mehr. Aus Asien und Europa kommen die meisten Arten, selbst in Afrika kommen Schmerlen vor. Lediglich die nordamerikanischen Verwandten aus der Gruppe der Sauger sind in der Aquaristik so gut wie unbekannt. Schmerlenarten erobern von Torfsümpfen über Tümpel, Seen und reißende Gebirgsbäche sogar Höhlen als Lebensräume. Dementsprechend reicht die Bandbreite der Schmerlen auch vom Flossensauger bis zum Dornauge. Zwerge von Daumenbreite gibt es ebenso wie meterlange Riesen, friedliche Gesellen wie raubeinige Burschen mit aggressiven Territorialansprüchen. Yunnanilus sp. "Rosy"Bisher wurden Schmerlen in der Aquaristik gerne unterschätzt und nur als fleißige Schneckenvertilger gehalten. In jüngster Zeit jedoch hat es gerade bei den Flossensaugern farblich spektakuläre und aquaristisch gut geeignete Neuimporte gegeben, wodurch das Interesse gestiegen ist. Das Sozial- und Territorialverhalten vieler Schmerlen kann durchaus mit Cichliden mithalten, weiterhin ist das Fortpflanzungsverhalten der meisten Arten kaum bekannt: ein nahezu unerschöpfliches Betätigungsfeld für Beobachtungen und Forschungen engagierter Aquarianer, Züchter und Fischkundler. Sie organisieren sich in der IG BSSW.

Die Gruppe Welse

Peckoltia compta L134.pngZu den Welsartigen zählen 35 Familien, 446 Gattungen und über 2800 Arten. Weiterhin gibt es etwa 200 bisher unbeschriebene Arten. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich auf Süd-, Mittel-, Nordamerika, Afrika, Asien, Australien und Europa. Die einzige in Mitteleuropa heimische Art ist der zu den Echten Welsen gehörende Flusswels (Silurus glanis). Die meisten Arten leben bodenorientiert. Die meist dämmerungs- und nachtaktiven Fische nutzen allerdings nahezu alle Lebensräume und ein breites Nahrungsspektrum. Viele Arten betreiben Brutpflege, manche von ihnen haben dazu hochinteressante Strategien. Ancistrus dolichopterus L183Der Großteil der in unseren Aquarien gepflegten Welse gehört den Familien der Callichthyidae (Panzerwelse) und der Loricariidae (Harnischwelse) an. Nur ein kleiner Teil der Aquarianer widmet sich Welsfamilien aus dem afrikanischen oder asiatischen Raum. Aber gerade hier gibt es aquaristisch noch sehr viel Neues, was auch die vielen Neubeschreibungen asiatischer Welse in den letzten Jahren zeigen. Der Anteil der Sparte Welse in der IG BSSW e.V. ist sehr groß, auch die Vielfalt der gepflegten Tiere ist bemerkenswert. Einige Zahlen aus den Jahr 2006 sollen einmal einen kurzen Überblick vermitteln. So wurden 2006 13 Familien und 11 Unterfamilien, mit 102 Gattungen und stolzen 423 Arten Welse in der IG BSSW e.V. gepflegt. Welse sind auf keinen Fall Restvertilger oder „Müllschlucker”. Es handelt sich teilweise um hochspezialisierte Fische, die sich in der Natur auf sehr unterschiedliche Nahrung spezialisiert haben können. Welse sind interessante und liebenswerte Pfleglinge, die in keiner Aquarienanlage fehlen sollten.